Sonntag, 23. April 2017

PRAG - DAS RESÜMEE

Ostern war ja schon vorbei.
Die Schmückereien flatterten noch im Eiswind.



Sehr nettes Wirtshausschiff gefunden.
Eher italienisch, aber freundlich, nicht touristisch, gut.

 Auf den Touristenpfaden werden Schinken und ganze Ferkel gebraten,
überall gibt es diese Teigrollen.
schmecken  unbedeutend.
Baguetterias an jedem Eck füllen das Fußvolk ab.
Ich war in der Krise.
Tschechien ist für mich gleichbedeutend mit belegten Brötchen,
war sozusagen immer ein Grundnahrungsmittel in dem Land.
Ich war einmal vor 30 Jahren hier,
da war der gesamte Wenzelsplatz voll mit Buffets.
In 3 Tagen hatte ich 3 kg zugenommen.
Fette Mayonaisesalate, Schinken, Brötchen.
Und jetzt nix.
Am 2. Tag dann endlich dieses etwas überlagerte Brot,
original sollte es natürlich Weißbrot sein.
Der Salat schmeckte wie früher.
Später habe ich ganz abseits einen Laden entdeckt,
wo das Gewünschte verkauft wird.
Nur war ich dann schon satt.
Aber es ist abgespeichert für ein nächstes Mal.
Genauso wie das prächtige Jugendstillokal.
Unterm Strich war es schön.
Wenn man sich eigene Pfade schnitzt,
kann man viel Prag finden.
Gewohnt habe ich am Wenzelsplatz.
Als Lektüre hatte ich den Golem von Meyrink mit.
Aber der hält sich gerade verborgen.





Ein Highlight:
der Spielzeugladen Hamleys.
Kinderparadies in Plastik.
Grell, bunt.
Karussell, Rutsche, jede Menge Spiele.
So schön, Kind müsste man sein.
Richtig Sehenswürdigkeiten habe ich kaum angesehen.
Prager Burg - zweimal durchgelaufen, Palais Lobkowitz besucht.
Das jüdische Viertel habe ich gestrichen,
nachdem auf dem alten Friedhof mehr Touristen als Grabsteine waren.
War gut. Viel Schönes trotzdem.
Und Bahnfahren macht Spaß.




Samstag, 22. April 2017

ALLES SEHR SELTSAM




Menschen schweben in der Luft
und Pilze wachsen auf dem Dach.

Chinesenhochzeitsfototermine.
Es war wirklich eiskalt, aber anscheinend gehört das Hochzeitsfoto halbnackt zum Europaprogramm.


Sogar die Wachablösesoldaten auf der Prager Burg waren im Wintergwand.



Die Hautschuppenfressfische.
Die Leute sitzen in der Auslage am Wenzelsplatz.




Reichlich abgegriffen ist der Knabe.


Ins Sexmaschinenmuseum gehen schon die Jüngsten hinein.
Weil man die Maschinen nicht ausprobieren kann,
war ich nicht in der Ausstellung.
Und nochmals die Braut, die sich traut und die keinen Schmerz kennt.


Über allem wacht Egon Erwin Kisch und kann sich nur wundern.


Freitag, 21. April 2017

ALLES SELTSAM


Beim Wegfahren hat es bei mir so ausgesehen,
jetzt bei meiner Rückkehr ist richtig viel Schnee.
Ich bin doch nach Prag gefahren,
weil ich dachte, dass ich bei dem Schlechtwetter daheim sowieso nix versäume.
Prag war eiskalt und schneelos.
Ich hab wenig Bilder mitgebracht,
und die sind alle seltsam.
Es war auch alles seltsam.
Millionen Touristen.
Chinesen, rempelnd und drängelnd.
Halbwegs gut ist es mir erst gegangen,
wie ich die ausgetretenen Pfade verlassen habe
und in stillere Viertel vorgestoßen bin.
Ich kenne Prag noch aus kommunistischen Zeiten.
Voller Mystik, Kraft und mit Geheimnissen.
Jetzt war ich ewig nimmer in der Stadt,
weil ich dachte, das, was ich einmal geliebt habe,
kann heute nur eine Enttäuschung werden.
Schnappatmung habe ich eingekeilt in Menschenhorden gekriegt.
Mystik, Kraft, Verborgenes sind verschwunden,
wie soll das Feine bestehen,
wenn im Veitsdom ein Geschrei, Gekreische, Selfiegeblitze, Gedränge vorherrschen.
Tourismus ist Umweltverschmutzung und Zerstörung.
Alles wird zur Ware gegen Geld.
Stadt ist nicht nur eine Ansammlung von Fakten und Daten.
Es schwingt so viel Unsichtbares.
Und morgen gibt es die eigenartigen Bilder.
 

Dienstag, 18. April 2017

ENTSCHEIDUNGSSCHWACH


Das Osterwetter war zu gar nix zu gebrauchen.
Und ich bin eine, die sich im Zweifel nicht entscheiden kann
und außerdem muss ich alle Eventualitäten im Vorhinein durchdenken.
Das macht das Leben nicht leichter
und spontan nenne ich anders.
Jedenfalls ist völlig offen, ob ich zu meinem Kurztrip in den Zug steige
oder lieber auf der Ofenbank verharre.
Wer braucht schon Schnee im April.
Nicht nur das Wetter nervt, sondern auch ich.



Montag, 17. April 2017

DAS UND DAS


 
Die Veilchen rund ums Haus werden von Jahr zu Jahr mehr.
Ich mische Blüten in Salat und  Kräutertee.
Wenn dieser länger steht, schmeckt er nach Veilchen, obwohl nur 3 Blüten in der Tasse sind.
Meinen Wintervorrat Holz habe ich bekommen
und schon in die Scheune geräumt.
Ich bin in diesem Jahr wirklich zeitig dran.
An der Kreissäge arbeite ich gerne.
Wenn mir langweilig ist und mir keine bessere Arbeit einfällt,
schneide ich ein wenig Holz in Kachelofenstücke.
Keine bessere Arbeit einfällt: daran liegt es nicht.
Zu tun wäre immer genug, aber manche Sachen bleiben ewig liegen.
Fensterputzen, z.B.
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Weil aus abgelegenen ländlichen Gegenden die Menschen in die Stadt ziehen,
kann die Infrastruktur schwer aufrecht erhalten werden.
Z.B. hat man in der Schweiz kleine Täler wieder der Natur zurückgegeben.
(Ich kann das im Internet nicht finden, aber in den Medien hat man es erzählt).
Nur wenige Jahre dauert es, bis die Menschenspuren beseitigt sind.
Das was vor vielen Jahren die Vorvorderen urbar machten, lohnt heute als Lebensraum nimmer.
Traurig und tröstlich zugleich.
 


Sonntag, 16. April 2017

ZUKÜNFTIG


 Diese Blechtafel ist in der Innenstadt von Wien an einem Haus angebracht.
Hundert Jahre haben ihr jede Aktualität genommen.
Meine Vorstellungen eilen in die Zukunft.
2117 - eine neue Welt, mit dem Heute nicht zu vergleichen.
Menschen, die gut funktionieren,
ihre Individualität für gleichmäßiges Wohlbefinden aufgegeben haben,
gechipt sind und von Robotern betreut werden.
Konformismus, Gleichschaltung, Wohlverhalten werden die Paradigmen der
zukünftigen Sklaven sein.
Ein Ameisenmenschenstaat geistert durch mein Zukunftsbild.






Samstag, 15. April 2017

VORÖSTERLICHER MOORWEG

 
 
Den Lieblingsweg bin ich gegangen.
In meiner Welt findet noch kein Frühling statt.
Kalt und windig.
Wenn das Wetter schlecht ist,
mag sonst keiner im Wald sein.
Und das ist dann wieder gut.
Die Imbissstandbetreiberin hat mich gefragt,
ob meiner Meinung nach im Moor Erdwesen  leben.
Ich glaube ja an alles,
was man sich vorstellen kann.
Das heisst, es ist mir egal.
Eine völlig unbeseelte Zwischenwelt mag ich  nicht denken.
Langweilig.
Ich habe Menschen getroffen, die Engel sehen.
Aber mir ist das wirklich völlig gleich.
Kann sein, mag sein, wird sein oder auch nicht.
Das Leben ist sowieso voller Wunder.
 



Mittwoch, 12. April 2017

VOM REISEN


Weil das mit dem Bahnfahren gerade so gut ist,
mache ich es nochmals.
Und weil ich eigentlich Reiseführer von überall habe
(von überall, wo ich schon mal war),
bin ich auf den Dachboden gestiegen und hab in den staubigen Kartons gekramt.
Sofort bin ich total wehmütig geworden.
Ja, früher, war das Reisen noch toll.
Das Gesuchte habe ich auch gefunden,
der Führer ist zwar alt,
aber die Sachen, die ich anschaue, ändern sich sowieso nicht.
Das Ziel ist nah.
Warum früher beim Reisen alles besser war:
touristisch kaum erschlossen,
sicherer,
unberührter,
Strände ohne Hotels ...
etc.
Ich bin froh, dass ich all die fernen Länder sehen durfte.


Dienstag, 11. April 2017

WIENSPLITTER

 
 
 
In der Früh beim Auto Eis gekratzt,
am Nachmittag bei 25 Grad weggeschwitzt.
Das Zugfahren entdecke ich.
Ist wirklich stressfrei und bequem.
Auch wenn ich vorher 1 1/2 Stunden mit dem Auto zur Bahn fahre.
Unterwegs in Scheiße gestiegen.
Nein, keine Hunde, sondern Menschen im Wald fein unter Laub verborgen.
Obereklig.
Obereklig war auch der Knoblauchsitznachbar im Bus.
Knoblauch ist ziemlich der schlimmste Geruch.
Atemanhaltung, dabei hätte ich Nasopax (abgeleitet von Ohropax) gebraucht.
Also Nasopax eben meine Erfindung für entspannte Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel.
Dann waren da noch 2 Rauchfangkehrer, die mir einen Schokoladeosterhasen geschenkt haben.
Wenn das kein Glück bringt.
Und meine Ferse habe ich weggegangen,
Blasenmonster.
Irgendwie war es ein Junkfoodtag -
dabei hatte ich die besten Vorsätze und wollte in die Meierei im Stadtpark -
aber keinen Platz gekriegt und gegen viel schlechtere Alternativen getauscht.
Den Lieblingsfrisör unangemeldet heimgesucht.
Der hat sich gefreut und brav die Haare geschnitten
und eine eventuelle Farbvariante besprochen.
Zukünftige.
Denn die grauen Haare habe ich satt, satt, satt.
War ein guter Tag, sehr bunt und vielfältig.
Und das Wetter ein Traum.
Hat dann auch noch zur Restbaumblüte in der Wachau gereicht.



Montag, 10. April 2017

ROLLERWETTER UND WEIN


Rollerwetter war.
Schön.
Sehr schön.
Der Teichimbissstand war schon offen.
Die Saison hat begonnen.
Leider war noch nicht wirklich etwas zum Essen da.
So musste ich den obligaten Gspritzen auf ziemlich nüchternen Magen trinken.
Und das fährt dann ganz schön ein.
Auf zwei Rädern nicht die optimale Lösung.
Wobei ich ja immer sage,
Alkohol ist das, was uns die Götter geschenkt haben,
um die ganz scharfen Ecken und Kanten des Lebens abzurunden.
Leider trinke ich viel zu wenig.
sozusagen fast nix.
Jedenfalls beim Rollern ist es angenehmer,
wenn die Ecken und Kanten noch scharf sind.



Sonntag, 9. April 2017

SONNTAGSBALLADE

FRIEDRICH SCHILLER
WÜRDE DER FRAUEN


Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben,
Flechten der Liebe beglückendes Band,
Und in der Grazie züchtigem Schleier
Nähren sie wachsam das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand.

   Ewig aus der Wahrheit Schranken
   Schweift des Mannes wilde Kraft;
   Unstät treiben die Gedanken
   Auf dem Meer der Leidenschaft;
   Gierig greift er in die Ferne,
   Nimmer wird sein Herz gestillt;
   Rastlos durch entlegne Sterne
   Jagt er seines Traumes Bild.

Aber mit zauberisch fesselndem Blicke
Winken die Frauen den Flüchtling zurücke,
Warnend zurück in der Gegenwart Spur.
In der Mutter bescheidener Hütte
Sind sie geblieben mit schamhafter Sitte,
Treue Töchter der frommen Natur.

   Feindlich ist des Mannes Streben,
   Mit zermalmender Gewalt
   Geht der wilde durch das Leben,
   Ohne Rast und Aufenthalt.
   Was er schuf, zerstört er wieder,
   Nimmer ruht der Wünsche Streit,
   Nimmer, wie das Haupt der Hyder
   Ewig fällt und sich erneut.

Aber, zufrieden mit stillerem Ruhme,
Brechen die Frauen des Augenblicks Blume,
Nähren sie sorgsam mit liebendem Fleiß,
Freier in ihrem gebundenen Wirken,
Reicher, als er, in des Wissens Bezirken
Und in der Dichtung unendlichem Kreis.

   Streng und stolz, sich selbst genügend,
   Kennt des Mannes kalte Brust,
   Herzlich an ein Herz sich schmiegend,
   Nicht der Liebe Götterlust,
   Kennet nicht den Tausch der Seelen,
   Nicht in Thränen schmilzt er hin;
   Selbst des Lebens Kämpfe stählen
   Härter seinen harten Sinn.

Aber, wie leise vom Zephyr erschüttert,
Schnell die äolische Harfe erzittert,
Also die fühlende Seele der Fraun.
Zärtlich geängstet vom Bilde der Qualen,
Wallet der liebende Busen, es strahlen
Perlend die Augen von himmlischem Thau.

   In der Männer Herrschgebiete
   Gilt der Stärke trotzig Recht;
   Mit dem Schwert beweist der Scythe,
   Und der Perser wird zum Knecht.
   Es befehden sich im Grimme
   Die Begierden wild und roh,
   Und der Eris rauhe Stimme
   Waltet, wo die Charis floh.

Aber mit sanft überredender Bitte
Führen die Frauen den Scepter der Sitte,
Löschen die Zwietracht, die tobend entglüht,
Lehren die Kräfte, die feindlich sich hassen,
Sich in der lieblichen Form zu umfassen,
Und vereinen, was ewig sich flieht.

Samstag, 8. April 2017

VOM PUTZEN


In regelmäßigen Abständen schreibe ich übers Putzen.
Reizthema für mich.
Gerade bin ich etappenweise dabei und mache es ein wenig gründlicher.
Da gibt es verborgene Ecken, da will nicht mal mehr ein Schmutzteufelchen hausen.
Ich bin sicher ein Paradies ist staubfrei und selbstreinigend.
Meine Vorstellung davon zumindest.
Die Küche kann ich nur mehr neu kaufen.
Da versagt alles, was an Putzmitteln auf dem Markt ist.
Und die Geschichte mit Adam und Eva und dem Sündenfall,
hat für mich etwas mit Putzen zu tun.
Der Gott sprach und schlug dabei die Paradiestür zu:
"Ab heute wird euch ein stetig wiederkehrender Dreck begleiten".

 

Freitag, 7. April 2017

DAS FRÜHJAHR SCHLÄGT AUS

Einigermaßen beruhigt kann ich sein.
Am Moorteich haben sich etliche Paarungswillige versammelt.
Im vergangenen Jahr habe ich ja kaum Kröten gesehen,
Frösche sowieso nicht,
aber in dieser Saison ist zumindest ein Anfang gemacht.
Und meine Welt ist schon wieder in Ordnung.



Donnerstag, 6. April 2017

ÜBERWINTERN


Die letzten Bilder.
So sieht es in den Dörfern und Städtchen in der Lagune aus.
Sehr beschaulich.
Manchmal denke ich, es wäre schön, einen Wintermonat hier zu verbringen.
Aber wenn der Nebel über allem hängt,
ist es sogar mir zu beschaulich.
Dafür braucht man keinen Schnee zu schaufeln.
Vielleicht mache ich es einmal.
Venedig im Winter.